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Jakob Löffler, Namenspatron unserer Schule

Jakob - Löffler - Schule in Löchgau

Im Oktober 1996 wurde der Erweiterungsbau der Schule mit einem großen Schulfest eingeweiht. Gleichzeitig war damit auch die Namensänderung der bisherigen  „Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule  Löchgau“  in „Jakob - Löffler - Schule  Löchgau" verbunden.

Jakob Löffler - Württembergischer Kanzler und schwedischer Vizekanzler

Am 25. Juli 1582, an Jakobi, wurde Jakob Löffler in Löchgau als Sohn der Magdalena Löffler und des Max Löffler, Präsenzpfleger des Domstifts Speyer,  geboren. Mit zehn Jahren wurde der blitzgescheite Jakob 1592 in das Pädagogium der Universität Tübingen aufgenommen. Als 14-Jähriger trat er in  die Artistenfakultät Tübingen  ein - Artisten wurden damals Angehörige einer Fakultät genannt, die höhere wissenschaftliche Studien betrieben (heute vielleicht vergleichbar mit dem Gymnasium). Von 1600 - 1603 studierte Jakob Löffler Rechtswissenschaft.  Danach unternahm er als Begleiter junger Edelleute verschiedene Studienreisen und war an  Hochschulen mit Rang und Namen  u.a. in  Orleans, Cambridge, Freiburg und Basel.

Mit 25 Jahren wurde Jakob Löffler als Advokat ans Hofgericht in Tübingen berufen. 1609 promovierte er und trat als "Rat" in die Dienste der württembergischen Landesverwaltung ein. Dann begann eine steile Karriere. Schon 1612  wurde er zum Vizekanzler der Grafschaft Mömpelgard ernannt. In dieser Stellung regelte er die fürstliche Schuldenlast, indem er 20 000 Gulden Wechselgeld von Hans Schulier aus Frankfurt aufnahm. 1616 wurde er Kanzler in Mömpelgard. Zu Martini 1624 wurde ihm der Titel "Geheimer Regimentsrat" verliehen, ein Titel eines hohen Verwaltungsbeamten aus der nächsten Umgebung des Herzogs, Johann Friedrich von Württemberg.  Knapp ein halbes Jahr später ernannte dieser ihn zum  Vizekanzler von Württemberg.

1629 führte Jakob Löffler die protestantische Gesandtschaft am kaiserlichen Hof zu Wien an. Im folgenden Jahr machten ihn die Schweden zum schwedischen Vizekanzler für Deutschland. Ein Jahr später wurde er zum Kanzler von Württemberg ernannt. Am 30.4.1638 starb Löffler  in Basel, wo der große Sohn Löchgaus im Münster beigesetzt wurde.

Nach A. Holder war Löffler „ein richtiger Schwabe und zugleich ein freudiger Bekenner des Glaubens seiner Väter; er erwies sich als tüchtiger und geschäftsgewandter Staatsmann und nicht minder als Herr der Lage im innerlich gespaltenen Herzogshof; wir besitzen in ihm den beredten Anwalt seines Volkes und den erfolgreichen Erzieher derer, welche die Angelegenheiten des Herzogtums im Inland zu besorgen und im Ausland zu vertreten hatten. Jakob Löffler hat nur wenige seinesgleichen im alten Herzogtum Wirtemberg."
Klaus-Peter Beinhauer
Quellen :
L.M. Fischlin ( Pfarrer in Kaltenwesten ) : „ Vitae praecipuorum, cancellariorum et pro-cancellariorum ducatus Wirtembergici „ - Frankfurt und Leipzig, 1712, S. 26 - 30
„ Jakob Löffler aus Löchgau ( 1582 - 1638 )  wirtembergischer und schwedischer Kanzler seiner Zeit „ von A. Holder - Vierteljahreshefte des Zabergäu - Vereins 1905, S. 42 - 48
„ Jakob Löffler „ von Emil Niethammer - Sonderdruck aus Schwäbische Lebensbilder, Band 3, 1942, W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart
„ Jakob Löffler - Württembergischer Kanzler und schwedischer Vizekanzler „ von Otto Haeberlin in „ Hie gut Württemberg „, Nr. 3 vom 5.10.1996, S. 17 - 19